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Mit der U3 ins Fürther Land?

Eröffnung in der Noris weckt Begehrlichkeit im Landkreis
 Mit der U3 ins Fürther Land?
Foto: Stefan Hippel
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FÜRTH Land - Nürnbergs fahrerlose U-Bahn - kurz U 3 - macht‘s möglich: Sie entfacht die Diskussion um die Verlängerung des Nahverkehrsmittels in den Landkreis Fürth erneut. Vom Landrat bis zu den Bürgermeistern finden die U-Bahn im Prinzip alle gut, wollen sich aber auf nichts festlegen.

Schon während des Wahlkampfes bekannte sich Landrat Matthias Dießl (CSU) zur U-Bahn-Verlängerung, die die Städte Oberasbach und Zirndorf an das Nürnberger Netz anbinden könnte. Aber noch steht die Kosten-Nutzen-Analyse aus. In diesem Herbst, so war aus dem Landratsamt zu erfahren, soll sie vorliegen. Von ihr erhoffen sich die Politiker aussagekräftige Zahlen, inwieweit der Unterhalt der U-Bahn den Landkreis und die kommunalen Haushalte belastet.

In ferner Zukunft

Da klar ist, dass die U-Bahn sowohl beim Bau, als auch im Unterhalt das teuerste Nahverkehrsmittel ist, wird eine «Light-Variante« angestrebt. Sie soll ab dem Halt Gebersdorf auf Nürnberger Seite, abwechselnd Oberasbach und Zirndorf anbinden. gesprochen wird allerdings über Zukunftsmusik: Denn die Station Gebersdorf gibt es noch nicht, ja nicht einmal einen konkreten Bautermin. Bislang fährt die U 3 nur bis zur Nürnberger Gustav-Adolf-Straße.

Alle politisch Verantwortlichen halten sich zugleich ein Hintertürchen offen: Sollte sich nämlich herausstellen, dass die U-Bahn für den Landkreis finanziell nicht zu schultern ist, dann, meint Landrat Dießl, müsse es ein anderes schienengestütztes Verkehrsmittel geben.

Knackpunkt Kosten

Ähnlich Töne sind aus Zirndorf von Bürgermeister Thomas Zwingel (SPD) zu hören. Für ihn sind ebenfalls die Kosten der Knackpunkt. Sollten sie zu hoch ausfallen, müsse über die Reaktivierung der Bibert-Bahn nachgedacht werden.

«Natürlich würden wir eine U-Bahn in unserer Stadt begrüßen«, sagt Oberasbachs Bürgermeisterin Birgit Huber (CSU) und schränkt gleich ein: «Doch nicht zu jedem Preis.« Aber auch die von den U-Bahn-Gegnern immer wieder ins Spiel gebrachte Reaktivierung der Bibertbahn hält die Oberasbacherin für problematisch. «Wir brauchen dazu die Stadt Nürnberg und die hat kein Interesse an einer solchen Verbindung.« Statt auf U- und Bibertbahn setzt Huber lieber auf die Ende 2010 angekündigte S-Bahn: Mit einer Ringbus-Linie in Richtung S-Bahn-Station werde ein attraktives Angebot zum Umsteigen auf den ÖPNV geschaffen.

Alte Pläne für Stein

Auch in Stein liegen die alten U-Pläne mit der Verlängerung von Röthenbach nach Deutenbach noch in den Schubladen. Allein der Bau, so war 1997 geschätzt worden, hätte damals 160 Millionen Euro gekostet, der jährliche Unterhalt lag zwischen drei und vier Millionen Euro. Zahlen, die über ein Jahrzehnt später nicht mehr haltbar sind: Das weiß auch Steins Bürgemeister Kurt Krömer (SBG), der eine Neukalkulation für unabdingbar hält. Er denkt auch an Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der VAG, Herbert Dombrowsky: Man werde sich nur eine der beiden Linien in den Landkreis Fürth leisten können.

In Schreiben an Dießl und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly fordert Krömer, die U2- Verlängerung in Faberstadt bei allen Gedankenspielen nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Denn natürlich würde Krömer die Steiner Verlängerung favorisieren.


Zu teuer und zu spät

Zu teuer und zu spät - ganz klar äußert sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu den U-Bahn-Plänen. Sie sei zweifelsohne ein attraktives Verkehrsmittel, meint Vorsitzender Bernd Baudler, aber sie löse keine Verkehrsprobleme der Gegenwart, denn sie komme frühestens in 20 Jahren. Daher sei einer finanzierbaren und rasch umsetzbaren Lösung der Vorzug zu geben, und dazu gehöre die Bibert-Bahn.Beate Dietz
20.6.2008
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