ALLMANNSDORF (mef) - Der 18-jährige Christoph Haller aus Gunzenhausen ist 250 Meter über das Wasser des Großen Brombachsees gelaufen. Der Rekordversuch gelang am Samstag im Rahmen der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Wasserwacht. Tolle Stimmung herrschte bereits in der Vorbereitungsphase des angekündigten Rekordversuchs, bei dem Christoph Haller auf einer «lebenden Brücke 250 Meter über das Wasser des Brombachsees laufen sollte. Vater dieser Idee war der technische Leiter der Wasserwacht Bayern, Helmut Köhler, der den Versuch ursprünglich mit einem Fahrradfahrer durchführen wollte, was aber dann aus Sicherheitsgründen unterblieb. Fast 1000 aktive Wasserretter halfen beim etwa halbstündigen Aufbau der aus Schalttafeln bestehenden Unterlage, die mit Kabelbindern zusammengehalten wurden. Nach dem Start vom Ufer lief Haller über die von den Schwimmern gehaltene Brücke bis an ihr Ende, wo ein Motorboot auf ihn wartete. Nur einmal strauchelte der Läufer, konnte sich aber auf den Beinen halten und so sein Ziel unter den Augen des Vorsitzenden des BRK-Kreisverbands Südfranken Siegfried Elbracht, Geschäftsführer Rainer Braun, Kreisbereitschaftsleiter Hans Raithel, Landratstellvertreter Robert Westphal, Pleinfelds Bürgermeister Josef Miehling und Innenminister Joachim Hermann erreichen, der extra zu diesem Ereignis an den Großen Brombachsee gekommen war. Hermann dankte bei dieser Gelegenheit den anwesenden Wasserrettern für den anstrengenden Einsatz in ihrer Freizeit und sprach der Gliederung des Roten Kreuzes seine Glückwünsche zum 125-jährigen Jubiläum aus, das nun nach dem im Februar des Jahres 1883 erfolgten ersten dokumentierten Einsatz von Rotkreuz-Wasserwehren bei einem mittleren Donauhochwasser in Regensburg mit der Großveranstaltung am Brombachsee einen Höhepunkt fand. Dabei mussten für den Rekordversuch strenge Regeln eingehalten werden. So erfolgte der Versuch im tiefen Wasser, da keiner der Schwimmer den Boden berühren durfte. Der Auftrieb der einzelnen Bretter durfte nicht mehr als zwei Kilogramm haben, sie durften nur lose verbunden sein, und der Läufer musste mindestens 70 Kilogramm wiegen. Die Wasserwacht hofft nun auf einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. «Die Vergabe der gesamten Jubiläumsveranstaltung an dem Brombachsee ist eine große Auszeichnung für die Region und für den Kreisverband Südfranken, so dessen Geschäftsführer Rainer Braun, der die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin betonte, die alle Programmteile mit den Verantwortlichen vor Ort abstimmte. «Wir haben zum Jubiläum als Besonderheit unsere Gourmet-Künste ausprobiert und zwei Schweine am Spieß gebraten, was für manchen Aktiven aus anderen Bundesländern etwas ganz Neues war, so Braun weiter. Unter dem Motto «Wasserwelten erleben - Wasserwacht erleben boten die Rettungskräfte aus insgesamt elf Bundesländern eine beeindruckende Schau ihres Könnens und ihrer Möglichkeiten bei der Bergung von Unfallopfern. Eine umfangreiche Fahrzeugschau gab einen Einblick in die moderne Technik, wobei die Verantwortlichen dem Innenminister das am Ufer stehende «Hovercraft erläuterten. Was als Sportgerät konzipiert wurde, macht auch in der Wasserrettung Sinn: Mit dem «Seabob ist der Wasserretter schneller beim Verunglückten und ist dabei weniger erschöpft. Viele Zuschauer interessierten sich für die Spezialfahrzeuge des auf die verschiedenen Regionen aufgeteilten Bayerischen Wasserrettungszugs. Sie wurden über den Gebrauch von Rettungswesten informiert und konnten schließlich in einer Ausstellung des Rot-Kreuz-Museums Nürnberg sehen, mit welchen Mitteln das Rote Kreuz früher arbeitete. Für die auf dem Zeltplatz in Reinwarzhofen bei Thalmässing untergebrachten aktiven Helfer gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm, in dessen Rahmen der Besuch des Hochseilgartens, ein Schnuppersegelkurs mit den Booten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, die Vorstellung eines neuen Wasser-Eis-Rettungs- und Kombi-Schlauch-Floßes und ein von der Drehleiter der Feuerwehr Pleinfeld unterstütztes Bierkistenklettern angeboten wurden.
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