FÜRTH Land (fn) - In der Diskussion um die Verlängerung der U-Bahn in den Landkreis Fürth (wir berichteten) meldet sich die IG Bibertbahn (IGBB) zu Wort. Ihr Vorsitzender Sven Becker interpretiert die Stellungnahmen der neu gewählten Politiker des Landkreises als ein Abrücken von dem ehrgeizigen Projekt.
In einer Presseerklärung der IGBB heißt es: «Landrat Dießl will bei der Kostenfrage die beiden Städte in die Pflicht nehmen, da der Landkreis die laufenden Unterhaltskosten (3 bis 4 Millionen Euro pro Jahr) nicht stemmen kann. Bürgermeister Zwingel denkt laut über ein schienengebundenes Nahverkehrsmittel auf der Biberttrasse als Alternative nach, das auch der Landrat auf seiner Wunschliste hat.» Nicht verstehen kann die Initiative die Position von Oberasbachs Bürgermeisterin Birgit Huber, die in den FN geäußert hatte, sie setze zunächst auf eine Ringbuslinie mit einer besseren Anbindung an die künftige S-Bahn.
Die IGBB argumentiert hingegen, dass die Rothenburger Straße die Kapazitätsgrenze erreicht habe. Nur ein leistungsstarkes, schienengebundenes Nahverkehrsmittel auf der Biberttrasse könne eine spürbare Entlastung bringen. Die Stadt Oberasbach, davon ist die IGBB überzeugt, hätte den größten Nutzen an einer solchen Bahn, für deren Baukosten das Land Bayern aufkommen müsste.
Entschieden tritt die IGBB auch dem Gerücht entgegen, die Trasse der Bibertbahn sei schon längst für andere Zwecke überplant. Sie ist immer noch für den Bahnverkehr gewidmet, unabhängig davon, in welchem Zustand sie sich befindet oder wie die Besitzverhältnisse sind.
Dem U-Bahn-Projekt drohe außerdem Gefahr aus dem eigenen Haus, meint die IGBB in Anspielung auf die durch Steins Bürgemeister Kurt Krömer wieder in Erinnerung gerufene Verlängerung der U 2 in die Faberstadt. Stein trete damit in Konkurrenz zu den Plänen der U 3, da höchstens eine Verlängerungslinie ernsthaft in Betracht komme.
Der Landkreis brauche eine zeitnahe Lösung der Verkehrsfrage. Die Energiepreise zwingen Bürger zum Umsteigen auf den ÖPNV, hat die IGBB beobachtet. Dieses Problem sei kurzfristig nur durch die Reaktivierung der Bibertbahn zu lösen. |