Uni-Abgänger hatten es noch nie besonders einfach. Heute sind Absolventen jedoch noch ärmer dran, als sie es ohnehin schon immer waren: Erst zahllose Bewerbungen initiativ versenden - und das während der Prüfungszeit; von den Anstrengungen der Prüfungen selbst ganz zu schweigen. Dann den letzten großen Urlaub planen, bevor einen der graue Arbeitsalltag endgültig schluckt. Studenten-WG auflösen, Freunde verabschieden, dem ehemaligen Dozenten noch die Meinung sagen und einem Alumniverein beitreten.
Zu all diesem postgradualen Stress, dem sich Uni-Absolventen seit jeher ausgesetzt sahen, addieren sich jetzt auch noch die angeblichen Segnungen des World Wide Web. Nicht nur im realen Leben müssen die Zelte abgebrochen werden. Nein! Auch in der virtuellen Welt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Damit dieser Statuswandel auch im Web gelingt, hat das börsennotierte Karrierenetzwerk XING jetzt sein Networking speziell auf Studenten und Hochschulabsolventen abgestimmt. Im Benutzerprofil der Internetplattform können nun der Uni-Standort, der Hochschulabschluss und auch etwaige Auslandssemester eingetragen werden.
Studenten als neue Zielgruppe
Damit soll laut XING «die Einbettung des individuellen Bildungshintergrunds in das eigene Profil» ermöglicht werden. Die Internetplattform, die 2007 bereits mehr als drei Millionen neue Mitglieder gewann, will auf diese Weise für Studenten und frische Hochschulabgänger attraktiver werden und das Web 2.0 weiter ausschlachten. Wer nach Bachelor-, Diplom- oder Magisterarbeit noch nicht genug vor dem Computer gesessen ist, kann sich nun also auch noch die Mühe machen, den universitären Bildungsweg in das eigene virtuelle Profil einzutragen.
Hat der ehemalige Student schließlich einen Arbeitsplatz gefunden, ändert sich sein Status im Karrierenetzwerk übrigens automatisch von «Absolvent» auf «Angestellter» - zumindest wenn er sich die Mühe gemacht hat, seinen neuen Lebensabschnitt auch im Netz einzutragen.
Florian Meyer |