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Barfuß-Wonnen-Weg bei Enderndorf seiner Bestimmung übergeben

 Barfuß-Wonnen-Weg bei Enderndorf seiner Bestimmung übergeben
ENDERNDORF (ley) - Der zivilisierte Mensch verzichtet nur selten auf Schuhe. Dabei ist «unten ohne“ nicht nur gesund, sondern trägt auch zu ganzheitlichem Erleben und Entspannung bei. Vor diesem Hintergrund wurde nun der Spalter «Barfuß-Wonnen-Weg“ in der Nähe des Enderndorfer Campingplatzes am Igelsbachsee eröffnet.

«Normalerweise wirst du geschimpft, wenn du die Schuhe ausziehst - heute wirst du geschimpft, wenn du sie nicht ausziehst“, weist dort eine Mutter ihren Sprössling eher scherzhaft zurecht. Denn ihm ist nichts lieber, als endlich die Sandalen auszuziehen und durch den Wald zu flitzen. Ab und zu wird er aber auch etwas langsamer gehen müssen auf den zwei Kilometern, über die sich der «Barfuß-Wonnen-Weg“ erstreckt. Denn manche der verschiedenen Böden erfordern aufmerksames Durchschreiten - etwa die Strecke mit den großen Steinen gleich zu Beginn. Holz, Gras, Sand, Wasser, Kiesel und vieles mehr gilt es zu erspüren. Ebenso kann man sich an einer Seilbrücke und Balancierhölzern versuchen.

Als richtig angenehm erweist sich das Gehen auf Rindenmulch, vorausgesetzt er ist nicht von der Sonne gehärtet, sondern von Nässe durchtränkt. Den Wandel der Eigenschaften von natürlichen Materialien bekommt der unbeschuhte Wanderer buchstäblich hautnah mit und findet über den direkten Kontakt zur Natur wieder ein Stückchen mehr zu sich selbst - einer der vielen Vorteile des «Barfuß-Wonnen-Wegs“, wie Gesundheitsberaterin Birgit Laue bei der Eröffnung erläuterte. Ohne Schuhe den Pfad entlangzuwandern, «ist die preiswerteste Fußreflexzonenmassage, die es gibt“, so Laue. Ihre These: «Körperstatik und Gleichgewichtssinn werden besser, der Blutdruck stabilisiert sich und das Immunsystem wird gestärkt.“ Neben seiner Funktion als Gesundheitseinrichtung verfügt der Pfad auch über eine große Bedeutung als Freizeitattraktion, betonte Markus Böhm bei der Eröffnungsveranstaltung. Er hat als Vorsitzender des Touristikverbands Sonnenseite Brombachsee einen Hindernislauf ganz anderer Art hinter sich: Behördengänge, Gespräche mit den Grundstückseignern und dergleichen mehr.

Spalts Bürgermeister Udo Weingart zeigte sich erleichtert, dass sich mit dem Verein eine engagierte Gruppe fand, die seine Idee eines solchen Pfads umsetzte - auch finanziell kein leichtes Unterfangen, denn die Kosten des Projekts belaufen sich auf 50?000 Euro. Die Hälfte kann aus Mitteln des Leader-Plus-Fördertopfes der EU finanziert werden. Der Landkreis Roth und die Stadt Spalt erwiesen sich ebenso spendierfreudig. Doch ohne die vielen hundert Arbeitsstunden an Eigenleistung wäre der Weg wohl immer noch nicht eröffnet.

Die Bauzeit ist rekordverdächtig: Erst nach Faschingsende konnte begonnen werden und nun ist der erste Barfußpfad im Seenland vollendet. Dem «Entdeckerlauf unten ohne“ (wie der Verein die Strecke bewirbt) steht also nichts mehr im Wege. Damit habe man gezeigt, «dass wir auch innovativ im Wohlfühlbereich sein können“, erklärte Weingart zur Eröffnung. Dies sei nicht nur ein «wichtiger Schritt zur Steigerung der Attraktivität des Seenlands“, ergänzte Landratstellvertreter Walter Schnell, sondern auch ein Beitrag für den hier bevorzugten sanften Tourismus.

Lob gab es auch von berufener Seite: Die Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses im Bundestag, Marlene Mortler, zeigte sich erfreut über den Wonnen-Weg und lief ihn auch gleich zusammen mit einer Vielzahl von Ehrengästen, unter ihnen der mittelfränkische Regierungspräsident a. D. Karl Inhofer, mit. Rund um den Pfad gab es zur Eröffnung eine Reihe von zusätzlichen Attraktionen wie ein Quiz rund um die Fußgesundheit oder Bastelangebote. Wer wollte, konnte sich einen Tonabdruck seines Fußes mit nach Hause nehmen. Die Ehrengäste wiederum verewigten ihre Fußabdrücke auf einem großen Transparent, das demnächst einen Ehrenplatz am Pfadeingang erhalten soll. Künstlern konnte beim Anfertigen von Holzskulpturen entlang des Wegs über die Schulter geblickt werden. Die eigene Schulter hingegen ließ sich so mancher an einem der Ruheplätze des Pfades massieren. Letzteres Angebot gehört nicht zur Dauerausstattung des Wegs, der von April bis Oktober geöffnet ist und in dieser Zeit auch regelmäßig kontrolliert wird.
15.7.2008 15:38 MEZ
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