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Genuss-Region Oberfranken: Im Hof der Klosterbrauerei versammelten sich am sonnigen Vorwahl-Tag Bier- und Wanderfreunde samt politischer Prominenz zur Einweihung eines Wanderwegs der süffigen Art: Des Gräfenberger Fünf-Seidla-Steigs.
WEISSENOHE - Die fünf Brauerei-Gasthöfe der Region haben sich zu diesem Projekt zusammengetan: Neben der Klosterbrauerei Weißenohe die Gräfenberger Privatbrauereien Lindenbräu und Friedmann, die Hohenschwärzer Brauerei Hofmann und die Thuisbrunner Elch-Bräu. Alle fünf Brauerei-Familien waren auch dabei, als mit der Jagdhörner-Begrüßung die Eröffnungs-Zeremonie begann.
Die Festredner schwelgten in Superlativen. Weltmeister sei Oberfranken mit der weltweit größten Brauereidichte, Bäckereidichte und Metzgereidichte, verkündete Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Bernd Sauer vom Verein Bierland Oberfranken, dem Projektträger, konkretisierte: Nicht weniger als 202 Brauereien wurden im Jahr 2002 in Oberfranken gezählt. Das bedeutet, dass eine Brauerei im Durchschnitt den Durst von 5511 Einwohnern zu löschen hat (in München sind es 40 000). Und der nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbandes zertifizierte Fünf-Seidla-Steig sei nicht nur der beste Brauereiwanderweg Oberfrankens. Weltweit könnten überhaupt nur 20 Gemeinden einen solchen Bierwanderweg machen, der auf nur zehn Kilometern fünf Braustätten verbindet.
Heim mit der Bahn
In Anspielung auf Ministerpräsident Becksteins umstrittenes Statement, nach zwei Maß Bier könne man sich noch ans Steuer setzen, sagte Wenning: «Fünf Seidel, also zweieinhalb Liter, entsprechen vier bis fünf Maß Oktoberfest-Bier. Da kann man mit dem Auto nimmer heimfahren!»
Gräfenbergs Bürgermeister Werner Wolf schilderte den langwierigen Prozess der Realisierung des Brauerei-Wanderwegs. Dann hatte er eine lange Dankesliste zu verlesen, darauf neben dem Bezirk Oberfranken, dem Projektträger Bierland Oberfranken, DB und VGN, die Projekt-Entwicklerin Julia Endres von «regiopol», die Gräfenberger Altstadtfreunde und die Wanderwegwarte des Fränkische- Schweiz-Vereins, vor allem aber die fünf Brauerei-Familien Winkler, Friedmann Merkel, Brehmer-Stockum, Hofmann und Kugler-Seitz, die mit dem Durchschneiden einer Hopfengirlande den Weg freigaben.
Zuvor hatten Dekanin Christine Schürmann und Pfarrer Wolfgang Kuntze dem bierseligen Wanderweg ihren ökumenischen Segen erteilt. Bei schönstem Wetter zogen die Wanderfreunde los. In Gräfenberg führte Roland Singer in mittelalterlicher Brauer-Kluft zu historischen Braustätten. Am Marktplatz lud die Michaelis-Kirchweih. Volle Biergärten, Blasmusik und Brauerei-Führungen allerorten. Und in allen beteiligten Bauereien gab es den Stempel für den «Fünf-Seidla-Krug». MANFRED SCHWAB |