GRÄFENBERG (rd) - In Ortspitz und Seidmar haben sich Gruppen gebildet, die sich deutlich gegen die Errichtung von Anlagen aussprechen - besonders im Hinblick auf den Naherholungswert der Fränkischen Schweiz.
Helmut Pfefferle aus Seidmar, hat sich mit dem geplanten Projekt auseinander gesetzt, Informationsveranstaltungen besucht und sich an anderen Standorten umgesehen. Seine zusammengetragenen Erkenntnisse hat er in einer Power-Point-Präsentation aufbereitet und seiner Heimatgemeinde öffentlich vorgestellt.
Nun war er auf Einladung der Bürger aus Thuisbrunn und Haidhof in den Gasthof Seitz gekommen, dessen Eingangstüre schon seit einiger Zeit von einem Plakat flankiert wird, auf dem die Ablehnung der Windkraftanlagen deutlich zu lesen ist.
Alte Bekannte
Etwa 25 Gegner waren gekommen, um sich von Helmut Pfefferle aufklären zu lassen. Natürlich fanden sich viele der Mitstreiter darunter, die sich schon vor mehr als fünf Jahren als vehemente Gegner des Kasberger Windrades geoutet hatten.
Auf Initiative mehrerer Betroffener wurde seinerzeit der Verein für den Schutz des Naturparks «Fränkische Schweiz» gegründet auf dessen Initiative sich 2003 eine Arbeitsgruppe gebildet hatte. Der inzwischen an Auszehrung leidende Verein könnte neuen Zulauf erhalten.
Dass die Versammlung in Thuisbrunn ruhig und sachlich blieb, lag sicher an der ausgewogenen Vorstellung durch Helmut Pfefferle, der sich in allen Fragen als kompetenter Ansprechpartner erwies.
Auch die beiden Organisatoren, Ex-Stadtrat Bernd Schütz und Holger Kruse hatten keine Mühe damit, eine sachliche Diskussion zu gewährleisten.
,Erhebliche Beeinträchtigung’
Man war sich einig darüber, dass doch erst einmal auf die schon lange bestehenden Vorbehaltsgebiete zurückgegriffen werden sollte, ehe man wieder neue Flächen ausweist.
Auch wenn die vorgesehenen Abstandsflächen in den gesetzlich vorgegebenen Maßen eingehalten werden sollen, so die Diskussionsteilnehmer, bedeuten solch hohe Bauwerke eine erhebliche visuelle Beeinträchtigung des topografischen Bildes. Kontraproduktiv auf die bisherigen Bemühungen, das zarte Pflänzchen Tourismus zu entwickeln, wirke sich ein solches Projekt allemal aus.
Dazu äußerte sich nun auch der Landtagsabgeordnete Eduard Nöth (CSU): «Bereits im Wahlkampf hatte ich mich zum absoluten Gegner dieser Überlegung erklärt», betont er in einem Brief an das Bayerische Staatsforsten.
Am meisten «betroffen von der störenden Optik» seien die Gemeinden Leutenbach, Gräfenberg, Hiltpoltstein, Obertrubach, Gößweinstein und Egloffstein, so Nöth.
Nicht «verspargeln»
«Die Landschaft ist das größte Kapital der Fränkischen Schweiz», schreibt der Abgeordnete weiter, «es ist daher nicht einzusehen, warum dieses Kapital durch Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 179 Metern verspielt werden sollte.» Nöth werde es nicht zu lassen, dass die Fränkische Schweiz durch diese Anlagen «verspargelt» werde.
Die Windkraftgegner waren schon bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates alarmiert (wir berichteten). Vor dem Rathaus war ein Transparent ausgebreitet, das eine Ablehnung dieser Energieform - zumindest in der Fränkischen Schweiz - verdeutlichte.
Alle Plätze besetzt
Die Zuschauerstühle waren bis auf den letzten Platz besetzt als Franz Uhl aus Ellwangen zusammen mit dem Leiter des Forstbetriebes Pegnitz Eduard Meierhuber das geplante Projekt vorstellte.
Es sieht vor, im nordwestlich von Gräfenberg gelegenen «Buchwald» und in der «Flöss», nahe bei Haidhof, insgesamt bis zu neun Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 138 Metern und einer Rotorspannweite von 41 Metern zu errichten.
Obwohl Franz Uhl von der Betreiberfirma die von den Ratsmitgliedern befürchteten Auswirkungen auf die umliegenden Bewohner damit zu zerstreuen versuchte, dass er auf ausreichenden Abstand zu den Bebauungen hinwies, konnte dies die Skeptiker ganz und gar nicht beruhigen. Der Kampf gegen Windkraftanlagen geht weiter. |