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EGLOFFSTEIN (rl) - Mit einer Bürgerinitiative will sich der CSU-Arbeitskreis Umwelt und Kreisentwicklung mehr Gehör in München verschaffen, um die geplanten Windkraftanlagen im Raum Gräfenberg zu verhindern.
Die Zerstörung des romantischen Landschaftsbildes der Fränkischen Schweiz und damit verbunden einen massiven Rückgang des Tourismusgeschäftes in der Region befürchten die Gegner der neun Anlagen im Gemeindebereich Gräfenbergs (wir berichteten). Außerdem werde die Vogelwelt durch die 180 Meter hohen Windräder massiv beeinflusst.
Davon ausgehend, dass die Bayerischen Staatsforsten weiterhin zu den 130 abgeschlossenen Vorverträgen für Anlagen wie in Gräfenberg stehen und außerdem jedes Brutgebiet für Großvögel rund drei Kilometer groß sein muss, um die Lebensgrundlagen zu sichern, könnten die neu projektierten Windkraftanlagen in Bayern das Aussterben der Uhus beschleunigen, befürchtet Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz in Bayreuth. Deshalb lehnt seine Organisation, die ansonsten für ökologische Energiegewinnung eintritt, Windkrafträder in Schutz- und Brutgebieten von Großvögeln wie dem Uhu strikt ab.
Arbeitskreisleiter Heinz Marquart setzte noch eins drauf und sprach von «einer Million toter Vögel im Jahr und 100 000 ‚gehäckselter’ Fledermäuse», die von den Rotorblättern bayerischer Windkraftanlagen «umgebracht» würden. Peter Eismann aus Eggolsheim bemerkte kämpferisch, dass «der bayerische Wald laut Verfassung den Bürgern gehöre und nicht dem Staat» und daher der Bürger nach seinem Willen gefragt werden muss. Eismann gab gleichzeitig zu bedenken, dass die Gemeinden immer weniger Möglichkeiten hätten, solche Anlagen zu verhindern, weil das bayerische Verwaltungsgericht der Windkraft den Vorzug vor gemeindlichen Entscheidungen gebe.
Rund 30 000 Euro schätzt Helmut Pfefferle aus Seidmar seien pro Anlage und Jahr zu verdienen. Eine Menge Geld, das der Staat dabei verdienen könne. Dazu komme der komplette Holzkahlschlag der Bauplätze im Wald. Paul Pöhlmann, Chef des Fränkische-Schweiz- Vereins erläuterte die Position seiner 6500 Mitglieder umfassenden Organisation, die sich laut Satzung zum «(Landschafts-) Schutz der Heimat» verpflichtet habe und daher eindeutig gegen neue Windkraftanlagen im Naturparkgebiet eingestellt sei.
Thorsten Glauber, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, setzt seine Hoffnungen auf den neuen Bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der schon geäußert haben soll, dass er «gegen die Bürger keine Entscheidung herbeiführen» wolle. In einem Brief an den Staatsminister, der von fünf Bürgermeistern angrenzender Gemeinden (Gräfenberg, Leutenbach, Egloffstein, Hiltpoltstein und Obertrubach) mit getragen wird, zeigt Glauber sich «in großer Sorge um den Verlust wertvoller Naturflächen».
Touristen wandern ab
Er warnt vor den negativen Auswirkungen auf den Tourismus, der in diesem Bereich wesentlich von Ausflüglern aus dem Großraum Nürnberg lebt. «Abwanderungen» in die Nachbargebiete werden befürchtet. Glauber fordert daher eine Umweltverträglichkeitsprüfung, bevor weitere Maßnahmen in Angriff genommen werden. Er kündigte an, zusammen mit seinem MdL Eduard Nöth (CSU) «Widerstand zu leisten», um die Windräder zu verhindern. Im Januar will Heinz Marquart eine Bürgerinitiative gründen. Es könnte sogar zu Protestkundgebungen kommen, kündigte Dieter Körzendörfer aus Weißenohe an. |