NÜRNBERG - Einmal im Monat wird in einem Hinterhof mitten im Nürnberger Stadtteil Gostenhof Bier gebraut. Stefan Stretz hat sich hier den Traum von der eigenen Brauerei erfüllt. Angefangen hat alles 2004, als Stretz nach Abschluss des Studiums zurück nach Nürnberg kam. Was als Spaß unter Kumpels begann, «hat dann irgendwie eine Eigendynamik entwickelt», erzählt der ausgebildete Brauer und Diplom-Ingenieur für Brauereitechnologie heute. «Wir haben uns irgendwann gedacht, wir könnten es vielleicht auch verkaufen.» Gedacht – getan: 2006 zog die Brauerei aus der Bärenschanzstraße, daher der Name «Schanzenbräu», nach Gostenhof um und wurde auf professionelle Füße gestellt.
Gemeinsam mit seinem Brauer-Kollegen Sebastian Köhler fühlt sich Stretz der fränkischen Brautradition verbunden, mit einer Einschränkung: «Wir sind vielleicht nicht ganz so konservativ wie manch anderer.» Angst, dass «Schanzenbräu» Opfer des Brauereisterbens wird, hat er nicht. «Die Großkonzerne sind in den letzten Jahren immer größer geworden, deshalb wird es für die mittelständischen Brauereien schwieriger. Aber die kleinen Brauereien werden Bestand haben», prognostiziert der 38-Jährige. Er ist überzeugt: «Niemand will Industriebier. Die Leute wollen Nischenprodukte, die sich auch geschmacklich abheben und mit denen sie sich identifizieren können.»
Ab nächstem Jahr wollen die Gostenhofener Brauer ihr Bier auch in Flaschen abfüllen.
Kerstin Wolters |