GRÄFENBERG (fr) - Bei einem Informationsabend über die geplanten Windkraftanlagen, zu dem der Fränkische-Schweiz-Verein von Gräfenberg in den Gasthof Brehmer eingeladen hatte, prallten die unterschiedlichen Standpunkte aufeinander.
Zunächst stellte Helmut Pfefferle vom «Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz» seine Sicht der Dinge dar. Ein Betreiber von Windkraftanlagen plane auf von den Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung gestellten Waldflächen im Gräfenberger Naherholungsgebiet «Buchwald» bis zu vier Anlagen zu errichten, so der engagierte Bewohner der Ortschaft Seidmar, die mit einer Gesamthöhe von 179 Metern nicht nur um 50 Meter höher ausfallen würden, als das Windrad in Kasberg. Gleiches gelte für den Schlossberg im Gebiet der «Flöß» in unmittelbarer Nachbarschaft der Ortschaft Haidhof, wo bis zu fünf Anlagen errichtet werden sollen. Vor allem aber sprächen Fakten wie die zu geringen Entfernungen der Windkrafträder zu den
nächsten Ortschaften, die nach Haidhof und Hohenschwärz 850 Meter, nach Kemmathen nur 950 Meter und nach Gräfenbergerhüll 1100 Meter betragen würden, dagegen. In Thuisbrunn und Gräfenberg würden sich Schattenwurf, Schallbelästigung und eine Wertminderung der Anwesen ebenso bemerkbar machen, wie eine latente Gefahr für Vögel und Fledermäuse. Seine Ausführungen unterstrich Pfefferle mit Fotomontagen der betroffenen Gebiete.
Die Diskussion eröffnete Stadtrat Heiko Kracker von der GBL. Er habe von einer Gemeinde erfahren, die beim Fremdenverkehr erst durch die Windräder einen Zuwachs von 50 Prozent verzeichnen konnte. Entschieden müsse er sich gegen die Fotomontagen verwahren, die für ihn nur reine Panikmache darstellten. Der ehemalige Bürgermeister von Egloffstein, Christian Meier, warnte davor, das zarte Pflänzchen mit Namen «Fremdenverkehr» im oberen Trubachtal durch derartige Windkraftanlagen zu zerstören. Dann würden nicht nur die verschiedenen Wander- und Erlebniswege wie der erst neulich eröffnete «Drei-Seidla-Steig» an Attraktivität verlieren.
Mit Rücktritt gedroht
Noch drastischer reagierte der ehemalige Stadtrat Heinz Hofmann aus Thuisbrunn, der für den Fall, dass die Windräder kommen, seinen Rücktritt als «Leithen-Pfleger» ankündigte. Gerade die Pflege der landschaftstypischen Kalkmagerrasen, der Artenschutz, Flora und Fauna sollten nicht unter den Auswirkungen derartiger Anlagen leiden müssen.
Zu den Gegnern einer strikten Ablehnung zählt SPD-Stadtrat Ernst Seckendorf, der die versuchte Agitation mit den Fotomontagen ebenso entschieden ablehnte, wie die offenbar weitverbreitete Ansicht, dass man schon für Windkraftanlagen sei, aber bitte nicht bei uns. So erachte auch er die «Flöß» als Standort als absolut undenkbar, während der Buchwald nach eingehenden Untersuchungen schon eher als Standort geeignet sei.
Ex-Stadtrat Bernd Schütz nahm als direkt Betroffener zu dem Thema Stellung. Er berichtete, dass auch er in einer Entfernung von 2,5 Kilometer oftmals von der Schallbelastung und dem Schlagschatten der Anlage bei Kasberg betroffen sei, deshalb könne er nur gegen derartige Anlagen im Buchwald und in der Flöß sein. |