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Die Windkraft hat - was selten ist - rund 20 Zuhörer in die Sitzung des Kreistages geweht und das Gremium zu einer emotional geführten Grundsatzdebatte veranlasst. An deren Ende setzte sich der Verwaltungsvorschlag durch.
FORCHHEIM - Das Gros der Räte von CSU, Jungen Bürgern und Freien Wählern will außerhalb der im Regionalplan fixierten Vorbehaltsflächen mit den Nummern 12 und 13 nahe Gräfenberg keine weiteren Windkraftanlagen im Landkreis dulden.
Die Minderheit von SPD und Grünen machte sich dagegen dafür stark, offen zu analysieren welche Standorte in der Fränkischen Schweiz für eine Windkraftanlage geeignet seien und welche nicht. Dann erst sollten Standorte empfohlen und der Regionalplan entsprechend überarbeitet werden.
Landrat Reinhardt Glauber betonte seine «persönliche» Meinung, dass er alles tun wolle, um «eine Zerstörung unserer schönen, sensiblen Landschaft» zu verhindern. Mit der Ablehnung von Windkraftanlagen werde nicht der Klimaschutz geopfert. «Wir haben andere Möglichkeiten, unsere Energieziele zu erreichen», sagte der Landrat. Wenn die Bayerischen Staatsforsten nur noch auf Profit aus seien, sogar überlegt werde, Eintrittsgeld in den Wald zu verlangen, «dann läuft etwas schief», mäkelte Glauber.
SPD-Fraktionschefin Angelika Limmer setzte sich dafür ein, das Thema ruhig und sachlich zu verhandeln. Es solle gründlich geprüft werden, auch in den Vorbehaltsflächen, wo der Einsatz von Windkraft sinnvoll sei. Danach solle man an wenigen Stellen konzentriert Windräder installieren. Daher sollte man nach Ansicht der SPD den Verwaltungsvorschlag um den Vorschlag der Grünen ergänzen.
Michael Hofmann (Junge Bürger) warf der SPD-Frau widersprüchliche Aussagen vor. Er kritisierte wie Glauber die Bayerischen Staatsforsten, die sich doch besser erst einmal um regenerative Energien im Zusammenhang mit Holz kümmern sollten.
Hans-Jürgen Nekolla (SPD), als Gräfenberger quasi Betroffener, machte sich für eine moderate Nutzung der Windkraft auch hierzulande stark. «Windkraftanlagen sind privilegierte Bauvorhaben. Wir können es uns gar nicht leisten, die Windkraft zu verwerfen», mahnte er. Aber die bestehenden Vorbehaltsflächen lägen zu nahe an der Wohnbebauung. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung würde jedoch diese Flächen zementieren, statt sie erneut zu prüfen.
Offen bleiben
Grünen-Sprecher Karl Waldmann machte einen Dissens bei allen Formen der regenerativen Energieerzeugung aus, sei es Windkraft, Biogas oder Photovoltaik. «Wir haben im Kreistag Energieziele verabschiedet, aber keinen Fahrplan dafür.» Um auf die geplanten 15 Prozent Einsparung beim CO2-Ausstoß zu kommen, das wären über 150 000 Tonnen jährlich, bedürfe es großer, gemeinsamer Anstrengungen. Die drei Biomasseheizwerke im Kreis würden gerade mal 3100 Tonnen CO2 im Jahr einsparen. «Solange wir nicht wissen, wie wir zu der Schadstoffeinsparung kommen können, sollten wir keine alternative Energieform ausschließen», plädierte der Grüne.
CSU-Fraktionschef Peter Eismann argumentierte dagegen mit Eichendorff und Tieck für die Schönheit der Natur der Fränkischen Schweiz. Nach einer langen Ästhetikvorlesung geißelte er die mangelnde Effizienz der Windkrafträder und deren Schaden für die Fauna. Besonders Vogel- und Fledermauspopulationen litten unter Windkraftanlagen, deren Privilegierung beendet werden müsse.
Dieter Köchel |