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Weitere Windkraft-Anlagen in der Fränkischen Schweiz?

Bürger laufen Sturm gegen neue Windräder zur Energiegewinnung
 Weitere Windkraft-Anlagen in der Fränkischen Schweiz?
Das Windrad in Kasberg
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GRÄFENBERG - Selten hat ein Thema die Menschen in der Fränkischen Schweiz so bewegt wie der Plan, im Dreieck Leutenbach-Obertrubach-Gräfenberg neun neue Windkraftanlagen zu bauen.

Die Dimensionen sind beeindruckend: 178 Meter hoch sollen die Windräder werden, geplant von der Firma Uhl aus dem schwäbischen Ellwangen. Die Bayerischen Staatsforsten, die seit der Forstreform neue Geschäftsfelder wie die Windenergie entdecken, haben mit Uhl einen «Standortsicherungsvertrag«.

Das heißt erst einmal nur so viel: Wenn einer für die Staatsforsten Windräder in den beiden Gebieten baut, dann Uhl. Ein Antrag beim zuständigen Landratsamt Forchheim dafür liegt aber gar nicht vor. Dennoch hat dieser rein private Vertrag bereits eine Welle des Widerstandes ausgelöst.

Gegen die Pläne, in den Wäldern «Flöß« und «Buchwald« - beide auf dem Gebiet der Stadt Gräfenberg - Windräder zu bauen, hat sich breiter Widerstand aufgebaut: Er reicht von Mitgliedern des Bund Naturschutz über Gemeinden, dem Fränkische-Schweiz-Verein, der Kreis-CSU bis hin zu Landrat Reinhardt Glauber und den beiden Landtagsabgeordneten Thorsten Glauber (FW) und Eduard Nöth (CSU). «Sie werden in jedem Dorf jemanden finden, der sich dagegen engagiert«, sagt Helmut Pfefferle, der mit missionarischem Eifer Vorträge gegen den Windradbau hält. «Zu uns wird gesagt: Macht weiter, kämpft!« Eine richtige Bürgerinitiative ist entstanden.

Pfefferle geht es wie den meisten um eines: Um den Erhalt einer möglichst unverbauten Fränkischen Schweiz. Pfefferle hat Angst, die Idylle zu verlieren. «Der Begriff Naturpark bröckelt. Wir haben doch keine Alternative zum Tourismus. Heute baut man Windräder, morgen vielleicht eine Mülldeponie.« Gegen Energie aus Wind habe er nichts. Aber nicht hier. «Der Trend geht doch längst zu Off-Shore-Anlagen im Meer.«

Höhere Ziele

Hans-Jürgen Nekolla, Gräfenbergs 2. Bürgermeister und Kreisrat der SPD, tritt dagegen beharrlich für eine differenzierte Linie ein und verweist auf höhere Ziele. «Wenn wir die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung erfüllen wollen, dann müssen wir auf alle Möglichkeiten der regenerativen Energien zurückgreifen.« Das heißt für ihn aber nicht, dass man 18 Windräder auf neuen und alten Vorbehaltsflächen aufstellt. «Das wollen auch die eifrigsten Befürworter nicht.«

Einer von ihnen ist Karl Waldmann, Kreisrat der Grünen. Angesichts des Klimawandels komme man um «große Lösungen« wie ein Windrad, das den Strom für rund 900 Haushalte jährlich produziert, nicht herum, sagt er. Die Fränkische Schweiz schützen? Waldmann hält dagegen: «Wenn die Leute die Fränkische schützen wollen, dann müssen sie für regenerative Energien sein.« Denn der Klimawandel werde das Gesicht der Fränkischen Schweiz massiv verändern.

Georg Körfgen
27.12.2008
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