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Bereitschaft der Migranten zur Mitarbeit ist gefordert

Vorsitzenden des Ausländerbeirats: «Angebote auch annehmen»
 Bereitschaft der Migranten zur Mitarbeit ist gefordert
Integration
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NÜRNBERG - Zum Gelingen der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gehört nach Ansicht von Mario Di Santo, dem Vorsitzenden des Nürnberger Ausländerbeirats, nicht nur eine tatkräftige Unterstützung der Stadt, sondern auch die Bereitschaft der Betroffenen, die vielfältigen Angebote ernsthaft anzunehmen.

«Es muss der Wille vorhanden sein, sich zu integrieren, und ich sage bewusst, sich zumindest teilweise anzupassen», sagte Di Santo beim Neujahrsempfang des Ausländerbeirats im Historischen Rathaussaal. Er begrüßte dort zahlreiche Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, der Konsulate sowie hochrangige Repräsentanten der Polizei, der Stadtverwaltung und der unterschiedlichen Migrantenvereine.

Die politischen Bedingungen für eine erfolgreiche Eingliederung in die hiesige Gesellschaft sind in Nürnberg trotz aller bestehender Probleme mit Arbeitslosigkeit, Armut oder dem verbesserungsbedürftigen Bildungssystem für Migranten günstiger als in anderen vergleichbaren deutschen Städten, betonte der Beiratsvorsitzende. Die kommunale Politik sei im Laufe der Jahre «empfänglicher und offener» geworden. «Integration ist möglich, auch ohne den Verlust der eigenen Identität oder Leugnung der Herkunft.»

Größeres politisches Gewicht

Einen weiteren Fortschritt auf diesem Weg sieht Mario Di Santo in der geplanten Gründung des neuen Rates für Integration, in dem Ausländer- und Aussiedlerbeirat im Kern aufgehen sollen - wir berichteten. «Ich erwarte mir davon nicht nur eine qualitative Verbesserung unserer Arbeit, sondern auch ein größeres politisches Gewicht für unsere Belange.» Voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres werden die Mitglieder dieses neuen Gremiums gewählt.

Di Santo rief die Migrantenvereine und -organisationen auf, bei ihren Wahllisten dann vermehrt junge Leute zu berücksichtigen. «Eine Verjüngung wäre wünschenswert. Es sollte nun die zweite und dritte Generation von Migranten an die Reihe kommen, weil diese mit dem, was sie selbst in dieser Gesellschaft erlebt haben, viel überzeugender argumentieren können.»

Dieses Plädoyer für den neuen Integrationsrat begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Maly in seiner Ansprache. Vorrangige Aufgabe sei es nun, die Bildungssituation zu verbessern. Das Ergebnis der kürzlich vorgestellten Berliner Studie, nach der Türken besonders schlecht integriert sind, sei in keiner Weise verwunderlich: «Diese Erkenntnis ist für uns nicht neu.» Um daran etwas zu ändern, müsse man bei den Schulen ansetzen.

Michael Kasperowitsch
31.1.2009
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