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«Kleine, schöne Moschee»

Türkischer Verein möchte Begegnungsstätte bauen
 «Kleine, schöne Moschee»
«Ich bin Franke», sagt Hayati Turgut und lacht. Seit 30 Jahren lebt er in Schwabach, hat Frau und zwei Kinder. In Nürnberg arbeitet er als U-Bahn-Fahrer. Inzwischen hat er neben der türkischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Jetzt hofft er auf das, was er den «Höhepunkt der Integration» nennt: Eine moderne Begegnungsstätte mit würdevollem Gebetsraum. Mit diesem Wunsch ist Hayati Turgut nicht allein. Deshalb hat sich ein Verein mit einem großen Ziel gegründet: Eine neue Moschee für die rund 1200 Muslimen in Schwabach.

SCHWABACH (gw) - Wie Hayati Turgut wohnen auch Nurretin Tilken und Recep Calisir seit rund drei Jahrzehnten in der Stadt. Alle drei sprechen fließend Deutsch und gehören zum Vorstand des Vereins «Ditib», der sich im Mai 2007 gegründet hat und rund 95 Mitglieder hat.

«Ditib ist eine türkische Abkürzung und heißt Türkische islamische Gemeinde», erklärt Nurretin Tilken. Es ist ein weltweiter Dachverband. In Deutschland gibt es 867 Ditib-Vereine. «Ditib akzeptiert die Verfassung des jeweiligen Staates», betont Tilken. «Radikale Strömungen werden unterbunden.»

Bisher gibt es in Schwabach Gebetsräume in der Glockengießergasse, der Neutorstraße und im Alten DG. Die sind aber sehr klein und veraltet. «Deshalb wollen wir eine neue Begegnungsstätte mit integrierter Moschee», erklärt Recep Calisir.

Ditip ist durchaus bewusst, dass der Bau einer Moschee in anderen Städten bereits heftige Kontroversen ausgelöst hat. «Das wollen wir vermeiden», betont Tilken.

Deshalb hat der Verein seit eineinhalb Jahren Gespräche mit der Stadt, Parteien und Kirchen geführt. Aus dem Wahlkampf wollte man das Thema bewusst heraushalten. Nun aber ging der Verein mit einem Pressegespräch an die Öffentlichkeit.

Geplant ist eine Moschee mit Kuppel und Minarett. Das aber werde kein demonstrativer Großbau. «Wir wollen eine kleine, schöne Moschee, die zu Schwabach passt», versichert Recep Calisir. «Sie wird etwa die Größe eines Zweifamilienhauses haben.» Finanziert werde das Projekt von den Vereinsmitgliedern.

Allerdings steht man noch ganz am Anfang. «Wir wollen das Einvernehmen mit der Stadt», betont Tilken. Ditip hofft, von der Stadt ein Grundstück erwerben zu können. Die Stadt aber verweist auf die Trennung von Staat und Kirche.

Um das Projekt im offenen Dialog zu besprechen wird ein «Beirat» auch mit nicht-muslimischen Schwabachern gegründet. «Das ist der nächste Schritt», sagt Nurretin Tilken. «Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft und wollen mit der Stadt weiter zusammenwachsen.»

«In der Begegnungsstätte wollen wir Jugendarbeit und zum Beispiel Deutschkurse bieten. Das soll ein offenes Haus für alle werden», so Calisir. «Wir wollen keine islamistische Parallelgesellschaft», betont Tilken. «Sonst würden wir uns Hinterzimmer suchen. Wir geben Rattenfängern keine Chance. Wir öffnen uns.»
31.1.2009
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