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ANDECHS - Zu Füßen von Kloster Andechs (Landkreis Starnberg) haben Umweltorganisationen gegen den Anbau von Gen-Mais in Deutschland protestiert.
Unter dem Motto «Wer Gen-Mais sät, wird enttäuschte Wähler ernten» wollten Vertreter unter anderem des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) 45.000 unterschriebene Postkarten für ein Verbot von Gen-Mais zu übergeben. Aigner, die zu einem Kreisbauerntag nach Andechs gekommen war, verweigerte jedoch die Annahme der Postkarten und wollte die Pakete auch nicht im Kofferraum ihres Dienstwagens nach Berlin mitnehmen. Die CSU-Politikerin sagte den Gen-Mais-Gegnern allerdings eine Prüfung des Anliegens zu.
"Volksvertreter drücken sich"
An die 200 Demonstranten hielten Transparente mit Aufschriften wie «Wir bleiben sauber – keine Gentechnik in Lebensmitteln und Landwirtschaft» oder «Die Volksvertreter drücken sich» in die Höhe. Eine überlebensgroße Puppe auf Stelzen, die Ilse Aigner darstellen sollte, säte aus einem Sack Maiskörner. Neben dem Bund Naturschutz hatten das Aktionsbündnis Zivilcourage und das Online-Netzwerk Campact die Aktion organisiert.
Extrem unpopulär
Die Grünen und die Freien Wähler (FW) begrüßten die Aktion. «Die Menschen in Bayern wollen keinen Risiko-Mais auf den Feldern, der sich unkontrolliert verbreitet. Jetzt muss Ministerin Aigner auf ihre Wähler hören und den Gen-Mais in Brüssel stoppen», forderte Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. Gentechnik sei extrem unpopulär in Bayern – gerade auch unter CSU-Anhängern, unterstrich Bautz. «Ignoriert Aigner diesen Wählerwillen, wird ihr und der CSU dies erneut bei den Europa- und Bundestagswahlen auf die Füße fallen.»
Vollmundige Wahlversprechen
Die bayerischen Landtags-Grünen unterstützten die Aktion. «Wir fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, für Deutschland ein Gen-Mais-Verbot auszusprechen und sich auch auf Europa-Ebene gegen eine erneute Anbau-Zulassung auszusprechen», sagte Grünen-Fraktionschef Sepp Daxenberger laut Mitteilung. Es könne nicht sein, dass der Widerstand in der Bevölkerung gegen Gentechnik immer mehr wachse und es in Bayern trotzdem weiterhin Sortenversuche mit dem umstrittenen Genmais MON 810 gebe. «Man hat das Gefühl, dass die CSU alle ihre vollmundigen Wahlversprechen zum Thema Gen-Mais vergessen hat und das Thema nun aussitzen will», so Daxenberger.
"Ewiges Hin und Her"
Auch FW-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger sprach sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft aus. Er forderte Aigner und den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) auf, endlich eine klare Position zur grünen Gentechnik zu beziehen. «Das ewige Hin und Her der Union trägt die Bevölkerung nicht mehr mit», sagte Aiwanger laut Mitteilung.
dpa |