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Lesetipp: Agualusas Roman «Das Lachen des Gecko»

Geistreich: Handeln mit neuen Identitäten
 Lesetipp: Agualusas Roman «Das Lachen des Gecko»
Angola
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NÜRNBERG - José Eduardo Agualusa, Autor aus Angola, zimmert Schicksale. Die Leitfigur seines neuen Romans, der bereits in zehn Sprachen übersetzt wurde, handelt mit erfundenen Vergangenheiten.

Dieser Felix Ventura bedient Menschen der neuen angolanischen Oberschicht: Landbesitzer, Minister und Generäle. Sie alle haben zwar eine stabile Zukunft vor sich, aber ihnen fehlt eine prächtige Vergangenheit. Da hilft der ungewöhnliche Händler gern; er erarbeitet makellose fiktive Vorleben und erstellt breit geästelte Stammbäume.

Eines Tages taucht ein seltsamer Fremder bei ihm auf. Er begehrt von Ventura eine völlig neue Identität. Dessen fabelhafte Kreation schlägt den Auftraggeber so in Bann, dass er nicht nur die Fälschung Stück für Stück lebt, sondern sich auf die Suche nach den Figuren seiner eingekauften Vita macht.

Damit ist der Leser inmitten einer wechselvollen Roman-Reise. Landschaften werden mit rekapitulierter und aktueller Geschichte quergeschnitten. Erinnerungen stapeln sich zu einem einsturzgefährdeten Turm. Dieses vor Ideen überbordende Literatur-Stück erhält seinen speziellen Reiz durch überraschende Erzählperspektiven. Dabei kommt dem Gecko eine Sonderrolle zu, die er wie ein hintersinniger Komödiant zu nutzen weiß.

Agualusas geistreicher, grotesker, unterhaltsam thrillender Roman inszeniert ein leichtsinniges Spiel von Sein und Schein. Zudem ist er eine Art Manifest für Möglichkeiten, ein Leben zu entdecken, das man schon immer führen wollte. Etwa als flippigen Traum mit besonderem Bühnenausgang - vielleicht ins Paradies.

José Eduardo Agualusa: «Das Lachen des Gecko». Roman aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. A 1 Verlag, München, 182 Seiten, 17,80 Euro.

Heinz Neidel
10.2.2009
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