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Franken: Riesiger Christus soll Touristen anlocken

Wassertrüdingen sieht in der 55 Meter hohen Statue eine Chance
 Franken: Riesiger Christus soll Touristen anlocken
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WASSERTRÜDINGEN - Die größte Christusstatue der Welt, 55 Meter hoch, soll bei Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach) mitsamt einer Kapelle und eines Pilgerhotels entstehen.

Das Bauwerk, das die berühmte Figur in Rio de Janeiro noch um 17 Meter überragen würde, sollte eigentlich auf dem 1613 Meter hohen Berg Predigstuhl bei Bad Reichenhall errichtet werden. Doch nachdem die Pläne der Investorengruppe um den gebürtigen Hamburger und Dresdner Unternehmer Harry Vossberg im Herbst 2008 vor allem am Widerstand der Kirchen gescheitert waren, bemühten sich einige bayerische Kommunen um die Christusstatue.

20 Millionen Euro teuer

In Wassertrüdingen könnte das Monument nördlich des Eislers, einer Anhöhe im Osten der Stadt, entstehen. Mit 55 Metern wäre es höher als der Turm der Stadtpfarrkirche. Im Sockel der Statue soll eine Kapelle eingerichtet werden. Zusammen mit einem Pilgerhotel mit 185 Zimmern und einem Parkplatz würde das Mammut-Projekt rund 20 Millionen Euro kosten.

«Wir wollen die Sache kritisch begleiten, stellen uns aber nicht in den Weg«, sagte der evangelische Dekan Herrmann Rummel. Falls das Projekt komme, werde man darauf achten, dass es in guter Weise mit Leben erfüllt wird. Sein katholischer Kollege Christian Löhr antwortete auf Anfrage: «Das zu kommentieren, steht mir nicht zu.«

«Gegen jede Gigantomanie«

«Ich bin gegen jede Gigantomanie. Und in unsere Gegend passt so eine Figur schon gar nicht«, unterstrich dagegen Pfarrer Bernd Reuther, Leiter des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg. Er hätte von seiner Anlage aus den segnenden Heiland im Blick.

Laut Vossberg handelt es sich um ein «ökumenisches Projekt«, der oberbayerische Künstler Ludwig Valentin Angerer, der die Statue entworfen hat, sei ein «Bruder im Geiste«. Nach seinen Angaben soll den monumentalen Christus einmal eine Stiftung betreiben, an der auch die Kirchen beteiligt sein sollen. Diese Überlegungen bestätigte Dekan Rummel. Vossberg wies mit Nachdruck Spekulationen zurück, hinter seiner «Christlichen Initiative Pax« könnte eine religiöse Splittergruppe stehen.

Neue Arbeitsplätze

Angerer, Vossberg und Vertreter der Investoren hatten dem Wassertrüdinger Stadtrat ihre Pläne in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt. Dieser gab nahezu einstimmig den Weg für die Bauleitplanung frei. Bürgermeister Günther Babel (CSU) sieht das Vorhaben als Chance, Wassertrüdingen überregional bekanntzumachen und die Altstadt zu beleben. Babel erhofft sich «mehr Tourismus und ortsnahe Arbeitsplätze«.

Auch die Besucher der geplanten Center Parcs-Ferienanlage im nahen Dennenlohe hat man im Blick. Zunächst sollen aber die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Vossberg versicherte, dass nun abschließende Gespräche mit den Geldgebern geführt werden.

Mw/edü
19.2.2009
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