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Wird Katrina aus Rednitzhembach «Germanys next Topmodel»

Katrina Scharinger ist unter den besten 10 bei «Germany’s next Topmodel», inoffiziell sogar schon viel weiter
 Wird Katrina aus Rednitzhembach «Germanys next Topmodel»
Foto: ProSieben/Oliver S.
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Katrina Scharinger
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WALPERSDORF/MÜNCHEN - Sie fuhr nach München, bekam die Nummer 13770 auf ihr T-Shirt geklebt und hatte fünf Sekunden Zeit. Zeit, die sie genutzt hat. Das war im Dezember. Katrina Scharinger aus dem kleinen Walpersdorf bei Rednitzhembach ist eigentlich angehende Bankkauffrau, aber vielleicht wird sie auch «Germany's next Topmodel«. Am Donnerstag war sie zum ersten Mal in der Show von und mit Heidi Klum auf Pro7 zu sehen. Zweieinviertel Stunden lang konnte man bei entsprechender Ausdauer beobachten, wie sie unter die besten 30 Laufsteg-Schönheiten Deutschlands gestöckelt ist. Weil die Sendung aus der Konserve kommt, ist die 19-Jährige in Wirklichkeit schon ein wenig weiter: Zusammen mit neun weiteren angehenden Laufsteg-Schönheiten pendelt sie derzeit zwischen Los Angeles und New York, zwischen Miami und Las Vegas. Scharinger ist damit unter den «Top Ten«. Auch wenn das bei Pro7 niemand offiziell bestätigen will.

2000 Bewerberinnen

«Germany's Next Top Model«, das ist «Deutschland sucht den Superstar« für die Catwalk-Szene. Rund 20000 wollten vor Heidi Klum und ihren beiden Mit-Juroren Peyman Amin und Rolf Schneider posieren. Der Siegerin winken Aufträge im Wert von 200000 Euro und ein Titelbild auf der «Cosmopolitan«.

Alleine beim München-Casting Mitte Dezember, das am Donnerstag auf Pro7 fernsehgerecht aufgearbeitet wurde, waren über 1350 Mädchen am Start. Im Schnellverfahren fischten Amin, Agenturchef Schneider und Heidi Klum die 85 Besten heraus. Nach einem weiteren Kurzauftritt war nur noch eine Busladung voll – also 45 angehende Models – übrig. Zwei Runden später - ein Bikini-Walk in High Heels und ein Gruppen-Foto-Shooting - waren die 15 gefunden, die sich zu den 15 Kolleginnen gesellen, die sich zuvor in Düsseldorf qualifiziert hatten. Katrina Scharinger inklusive.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als wäre der Spaß für die 19-Jährigen nach fünf Sekunden schon wieder vorbei. Sie war bereits auf dem Rückweg, doch Rolf Schneider überlegte es sich nach einem Hinweis von Heidi Klum («Die gefällt mir, die ist doch ganz gut«) anders, holte sie ein und lotste sie in die nächsten Runden. Auch dort war Katrina selten im Vordergrund zu sehen, was ihre Mutter nicht überrascht hat. «Sie ist eher der schüchterne, der zurückhaltende Typ.«

Erfolgreich und kultig

Das Model-Casting hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten Formate der chronisch kränkelnde Sendergruppe Pro7/Sat1 entwickelt. Heidi Klum gehört zu den beliebtesten Deutschen, der nach der zweiten Staffel ausgebootete Catwalk-Coach Bruce Darnell («Oh Baby, Deine Händtäsche muss läbändig sein«) ist Kult und bei der Zahnspangen-Generation und auf dem Campus ist die Show freitags Gesprächsthema Nummer eins.

Das publikumswirksame Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip funktioniert wie die «Reise nach Jerusalem« für Erwachsene. Sind erst einmal die Endrundenteilnehmer gefunden, muss nach jeder Runde eine Kandidatin usscheiden.

Gute Inszenierung

Das alles ist immer gut inszeniert. Diejenigen, die auf der Strecke bleiben, packen dann in einschlägigen Magazinen aus. Von der «Model-Hölle« ist dann zu lesen oder vom «Zicken-Krieg«. Die Sieger würden schon lange im voraus feststehen. Model-Agent Peyman Amin sei nur dabei, um sich an die Mädels heran zu machen. Und die Unterkünfte seien in Zeiten der Wirtschaftskrise auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Und, und, und.

Nachprüfbar ist das alles nicht, denn um die künftigen wandelnden Kleiderständer wird ein Geheimnis gemacht, als ginge es um die Zahlenkombination des Haupttresors von Fort Knox.

«Es geht ihr gut«

«Aber das alles ist längst nicht so schlimm wie es geschrieben wird«, sagt Katrinas Mutter nach einem kurzen Telefonat mit ihrer Tochter in der Nacht zum Freitag. «Es geht ihr gut. Ihr gefällt es.« Recht viel mehr darf sie nicht sagen. Vertrag ist Vertrag.

Mitgefiebert mit der Blondine aus dem Rednitzhembacher Ortsteil wird nicht nur in Walpersdorf, mitgefiebert wird auch in ihrer ehemaligen Schule, pikanterweise die von der Kirche getragenen Mädchenrealschule Abenberg, und bei ihrem Arbeitgeber, der Raiffeisenbank Roth-Schwabach.

Bankprüfung verschoben

«Das ist natürlich nicht nur für Katrina außergewöhnlich, das ist auch für uns außergewöhnlich«, erzählt Bank-Vorstandsmitglied Erwin Grassl, der für die Azubis zuständig ist. Wegen «Germany's next Topmodel« hat Katrina Scharinger die mündliche Abschlussprüfung verpasst. Die wird sie im Sommer nachholen müssen, was Grassl nicht so problematisch findet. «Was ist schon ein halbes Jahr in einer beruflichen Laufbahn, wenn man eine solche Chance hat?«

Grassl ist zudem überzeugt, dass die 19-Jährige nicht abhebt. «Ich glaube, sie ist in diesen Dingen ziemlich gut geerdet.«

Auch Katrinas ehemalige Schulleiterin in Abenberg, Schwester Susanne, kann nur Gutes über ihre frühere Schülerin sagen. «Sie war immer eine unserer Besten, wenn nicht unsere Beste«, erzählt sie. Dass sie jetzt einen für eine angehende Bankkauffrau eher ungewöhnlichen Weg eingeschlagen hat, findet die Ordensschwester nicht schlimm. Bislang habe sie die Sendung noch nie gesehen. Doch nächste Woche werde sie einmal einschalten. Und selbstverständlich die Daumen drücken.

Wie geht es weiter? Nächsten Donnerstag (20.15 Uhr, Pro7) wird weiter ausgesiebt. Bis zur Finalshow im Mai werden aber noch viele Tränen fließen. Fließen müssen. Denn nur eine aus über 20000 kann «Germany's next Topmodel« und damit Nachfolgerin von Lena Gercke (2006), Barbara Meier (2007) und Jennifer Hof (2008) werden.

Robert Gerner / Matthias Kronschnabel
21.2.2009
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