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FÜRTH - Ingo Appelt, 41, überschreitet mit seinem schwarzen Humor gern die Grenzen des guten Geschmacks. Jetzt hat der gebürtige Essener sein erstes Buch veröffentlicht. In «Männer muss man schlagen!" beschreibt er den Mann als eine vom Aussterben bedrohte Art. Am 25. und 26. Februar gastiert der Comedian in der Comödie Fürth und am 27. Februar in Bayreuth.
Männer sind im extremsten Fall auch Nazis, Schläfer, Hooligans, Amokläufer, Frauenmörder und Kinderschänder. Deshalb haben Sie ein Resozialisierungsprogramm für den modernen Mann in Form eines Buches und Bühnenprogramms entwickelt. Soll man Ihr Anliegen ernst nehmen?
Ingo Appelt: Ich sehe das wie Wilhelm Busch: Wenn du etwas ernst sagen willst, sag‘ es erst im Spaße. Das Thema «Mann« beschäftigt mich schon sehr lange, weil ich halt selbst einer bin und mich immer wieder frage: Wo stehe ich? Wo bin ich? Was mache ich hier eigentlich? Mein Buch ist zuerst einmal ein Selbsterkenntnisprozess. Lösungsvorschläge kommen dann im nächsten.
Ihrer Meinung nach ist die erstarkte Weiblichkeit für die «zivilisatorische Katastrophe" - genannt Mann - verantwortlich. Wie kommen Sie darauf?
Appelt: Alles, was Männern Spaß macht, wird ihnen von den Frauen sukzessive aus den Händen gerissen: Fußball, Tour de France, Politik. Wozu wird der Mann überhaupt noch gebraucht? Und wie schlimm ist es eigentlich, überhaupt nicht mehr gebraucht zu werden? Wir Männer haben Jahrtausende daran gearbeitet, die Frauen zu unterdrücken, weil wir wussten, dass von ihnen eine große Gefahr ausgeht. Die Frau von heute ist selbstbewusst und stark und kann im Prinzip alles selber. Wir Männer können eigentlich nur Krieg führen und poppen. Das war’s.
Wie stellen Sie sich die das ideale Geschlechterverhältnis vor?
Appelt: Ich weiß nicht, ob es das überhaupt gibt. Vielleicht ist die Homo-Ehe die wahre Zukunft. Mann und Mann oder Frau und Frau vertragen sich anscheinend besser. Allerdings tut sich der Mann mit Homosexualität noch ein bisschen schwer. Schwule zu hassen ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Selbsthass. Eigentlich müsste man sie bewundern, denn nur ein Mann ist des Mannes Liebe wirklich würdig. Stattdessen hauen sie ihm auf die Fresse, weil sie Angst haben. Das ist peinlich. Wir müssen lernen, mit Unseresgleichen mehr in erotischen Kontakt zu kommen. Leider bietet die Bundeswehr dazu zu wenige Möglichkeiten. Schwule haben mehr Spaß am Leben. Sie gehen zum Beispiel in Darkrooms.
Ingo Appelt: Männer muss man schlagen!, Rowohlt Verlag, 192 Seiten, 9,95 Euro. Männer muss man schlagen! (2 DVD, Sony)
Interview: Olaf Neumann |