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| LOKALMELDUNGEN - NÜRNBERG |
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Johanniter: «Glücklich machen, nicht heilen» |
| Leistungen durch präventive Bewegunsgangebote - Kurs für Pädagogen |
| Johanniter: «Glücklich machen, nicht heilen» |
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NÜRNBERG - Das Johanniter-Bildungswerk und der Sportpädagoge Andrzej Majewski bieten in Nürnberg eine vom Kultusministerium anerkannte «Zusatzausbildung Motopädagogik-Psychomotorik (IPE)» für Lehrer, Erzieher und andere Pädagogen an.
Eine kleine Insel, ein verletzter Sechsjähriger und eine Handvoll Jungen und Mädchen, die ihren Gefährten über das Wasser ans rettende Ufer gegenüber bringen sollen: Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Feuerwehrübung für Kinder, ist in Wirklichkeit nur eines von vielen unterschiedlichen Szenarien, die sich Andrzej Majewski für die Kleinen ausgedacht hat. Eine Denk- und Sportaufgabe sozusagen, bei der die Kinder neben ihren grauen Zellen und ihrem Bewegungsapparat vor allem auch ihre sozialen Kompetenzen trainieren, erklärt der 54-jährige Sportwissenschaftler und Heilpädagoge.
«Die Aufgaben», so Majewski, «können nur in der Gruppe gelöst werden. Dabei lernt der Stärkste auf den Schwächsten und der Schnellste auf den Langsamsten Rücksicht zu nehmen.» Dadurch seien die Übungen beispielsweise auch gut geeignet für integrative Einrichtungen, die sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Kinder beherbergen. Doch die «psychomotorischen Abenteuerspiele für Kindergarten, Schule und Bewegungstherapie», die er in seinem gleichnamigen Buch zusammengefasst hat, sollen auch Motivation und Selbstbewusstsein des einzelnen Kindes stärken. Faktoren, die die individuelle Lern- und Aufnahmefähigkeit jedes Kindes verbessern, sagt Majewski.
Bekannte Ansätze kombiniert
Dass das von ihm entwickelte IPEKonzept (Integrative pädagogisch-therapeutische psychomotorische Entwicklungsförderung) Elemente aus verschiedenen Bereichen, von Sportpädagogik über rhythmisch-musikalische Entwicklung bis hin zur Bewegungstherapie verbindet, verhehlt der 54-Jährige nicht: «Es handelt sich aber um einen methodischen Eklektizismus», betont Majewski selbstbewusst. Schließlich verdankt er dieser Kombination bereits bekannter Ideen seinen Doktortitel summa cum laude von der Universität Erlangen und sein erfolgreiches erstes Buch «Fördern und Heilen durch Bewegung».
Trotz einiger Elemente aus dem therapeutischen Bereich soll die Motopädagogik-Psychomotorik aber nicht etwa Ergotherapeuten oder Kinder- und Jugendpsychiatern Konkurrenz machen. «Unsere Arbeit ist präventiver Natur», betont er und schiebt scherzend hinter: «Wir wollen die Kinder nicht reparieren, sondern nur glücklich machen.» Ein Ziel, das es laut Majewski erfordert, den Bewegungs- und Spielmangel auszugleichen, dem die Kleinen in einer zunehmend kinderunfreundlichen Umgebung ausgesetzt seien: «Wo können Kinder in der Stadt noch Ball spielen, ohne vom Autoverkehr gefährdet oder wegen Lärmbelästigung angezeigt zu werden?»
Mit Psychomotorik-Angeboten können Schulen, Kindergärten und alle anderen pädagogischen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche dem Bewegungsmangel und seinen Folgen aber laut Majewski entgegenwirken. Daher hat er in Kooperation mit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg einen einjährigen Kurs für Lehrer, Erzieher und sonstige Pädagogen entwickelt. Neben 180 Unterrichtsstunden müssen die Teilnehmer dabei auch eine praktische Prüfung, ein Referat, Hospitationen sowie eine Facharbeit bewältigen. Dafür ist diese «Zusatzausbildung Motopädagogik-Psychomotorik» auch vom Bayerischen Kultusministerium als Lehrerfortbildung für alle Schularten anerkannt.
«Wer fit ist, rechnet auch gut»
«Schließlich ist es wissenschaftlich belegt», sagt Majewski, «dass Kinder mit guten motorischen Fähigkeiten nicht nur aufmerksamer, konzentrierter und motivierter sind im Unterricht. Selbst die Rechtschreibung und die Rechenleistung verbessert sich nachweislich.» Was die Lehrkräfte angeht, schärfe die Ausbildung den Blick für Defizite der einzelnen Kinder und erweitere zugleich ihren Horizont für präventive Maßnahmen, schwärmt Martin Fickert, Regionalvorstand der Johanniter, deren Bildungswerk die Zusatzausbildung seit vier Jahren gemeinsam mit Majewski anbietet. «Das lag nahe», sagt Fickert, «da wir selbst mehrere Kindertagesstätten unterhalten und unsere Fachkräfte auch großes Interesse gezeigt haben.»
Obwohl der 1700 Euro teure Kurs, der berufsbegleitend absolviert wird, natürlich auch für Nicht-Johanniter offen steht, sind die Hürden allerdings hoch. Neben einer bereits vorhandenen Ausbildung als Lehrer, Therapeut, Erzieher oder beispielsweise Psychologe müssen die Interessenten auch ein Mindestmaß an Praxiserfahrung mitbringen. «Für einen Sozial-pädagogen frisch von der Uni», so Andrzej Majewski, sei die Ausbildung leider nicht geeignet.
Weitere Info zur «Zusatzausbildung Motopädagogik-Psychomotorik » im Internet unter www.majewski-praxis.de Ob für den nächsten Lehrgang, der Ende März startet, noch Plätze frei sind, erfahren Sie bei den Johannitern unter (0 91 22) 93 98 - 0.
Volkan Altunordu |
| 14.3.2009 |
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