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Ein Hauch von Wehmut kam in der Hauptversammlung des VfB Forchheim 1861 auf: 32 Jahre lang hat Ulli Welz die Vereinsarbeit des VfB Forchheim 1861 entscheidend mitgeprägt, viele Jahre als Fußball-Abteilungsleiter und zwei Jahrzehnte als 3. Vorsitzender. Heuer trat das VfB-Urgestein aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.
FORCHHEIM - Der Nachfolger von Welz als 3. Vorsitzender wurde Gerhard Honneck. Für den verstorbenen Siggi Schuberth wurde Handball-Abteilungsleiter Stefan Schick zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt.
Einstimmig bestätigt
Der Vorsitzende Franz Stumpf wurde einstimmig im Amt bestätigt. Der Oberbürgermeister wies darauf hin. dass der VfB 2008 wegen der laufenden Ermittlungen in der Schelsky-Affäre keine Hauptversammlung hielt.
Inzwischen sei man froh, dass dem Verein durch den früheren Handball-Hauptsponsor Walter Schelsky keine finanziellen Nachteile entstanden seien. Sein Ziel sei es weiter, so Stumpf, beim VfB bis 2011 die Schulden, die am Jahresende 2006 immerhin noch 128 000 Euro betrugen, völlig abzubauen. Er werde sich daher künftig mehr um die Finanzen kümmern. Denn 2011 will der VfB als ältester Sportverein des Landkreises immerhin sein 150-jähriges Bestehen feiern. Gerne würde Stumpf bis dahin auch die Führung des VfB in jüngere Hände legen. Dies bedeute nicht, dass er amtsmüde sei, sondern vielmehr, dass er für einen Generationenwechsel gerne ins zweite Glied zurücktreten würde.
Ein Zivi wird gesucht
Gute Nachrichten hatte Stumpf in Sachen Freiwilliges Soziales Jahr. Dem VfB wurde von der Regierung auch 2009 die Beschäftigung eines Zivildienstleistenden, des mittlerweile fünften bewilligt. Gesucht wird somit ein Nachfolger von David Grießhaber ab September. Dieser muss anerkannter Kriegsdienstverweigerer sein.
Hauptkassier Walter Mirschberger erläuterte, dass der VfB das Jahr 2007 mit einem Gewinn von rund 9200 Euro abgeschlossen hat und 2008 wegen unvorhergesehener Ausgaben einen Verlust von rund 11 000 Euro hinnehmen muss.
Zum einen kam auf Drängen der Lebensmittelüberwachung eine neue Küche für 12 500 Euro in die Vereinsgaststätte, zum anderen musste die Heizung-Reparatur für rund 14 000 Euro beglichen werden. Bei der Behebung des Fäkalien-Geruchs im VfB–Heim durch nicht fachgerecht verlegte Kanalrohre habe ehrenamtliches Engagement die geschätzten Sanierungskosten von 20 000 Euro auf einen Bruchteil reduziert.
Diese unerwarteten Ausgaben hätten den finanziellen Spielraum doch so eingeschränkt, dass sogar die Budget-Auszahlungen des Hauptkassiers an einzelne Abteilungen (die NN berichteten) nur verzögert möglich waren. Dies wurde in der Versammlung noch einmal kritisiert.
Mirschberger weiter: Die Schuldentilgung und die Bildung von Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben hätten sich daher schwierig gestaltet. Viel Luft zur Entschuldung bis 2011 habe der Vereinskassier bisher nicht gehabt. Der Schuldenstand lag Ende 2008 immer noch bei rund 121 000 Euro.
Annafest-Keller lief nicht
Auch der Betrieb des Annafest-Bierkellers von 2005 bis 2007 habe nur wenig Gewinn abgeworfen. Deshalb habe der Hauptverein den Kellerbetrieb 2008 eingestellt, während die Handballabteilung ihren Keller weiter betreibt. ALEXANDER HITSCHFEL |