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«Vocanta» hauchte der Passion Leben ein

Von Barock bis zur Moderne sang das glänzend harmonierende Ensemble in Forchheim
 «Vocanta» hauchte der Passion Leben ein
Gerade die Tage vor Ostern bieten die Gelegenheit zum Verweilen, zur Muße, zur Kontemplation. Passionskonzerte mit ihrem doch etwas sperrigen Repertoire ermuntern zum Nachdenken und Innehalten. Etwa 50 Sängerinnen und Sänger des Erlanger Chores «Vocanta» hauchen den Noten sowohl aus der Barockzeit als auch aus der Moderne Leben ein.

Spannungsgeladen und ganz nah am Text entlang ist so A-Cappella-Gesang erster Güte zu vernehmen. Von sphärisch-dichten Motetten, die «Vocanta» als glänzend harmonierendes Ensemble zeigen, bis hin zu polyphoner Kirchenmusik, die in Modulation und Phrasierung gelungen ist, reicht das Spektrum. Mit viel Einfühlungsvermögen und stimmlicher Prägnanz wehen die Werke bekannter Komponisten wie Palestrina oder Poulenc durch das Kirchenschiff St. Martin in Forchheim.

Sehr gut vorbereitet

Die früher «Erlanger Grillen» genannten Sängerinnen und Sänger wagen es aber auch, weithin unbekannte Kompositionen Nystedts oder Ebens zu intonieren. An der Orgel greift Wolfgang Reichelt in die Tasten, um wuchtig-schaurig oder fast schon meditativ zu wirken. Die musikalische Leitung hat Joachim Adamczewski, der schon einmal mit nach oben gerichtetem, verklärtem Blick «Vocanta» dirigiert. Im Übrigen hat er sein Ensemble jedoch hervorragend vorbereitet, so dass es das diffizile Repertoire mit scheinbarer Leichtigkeit singt. Beeindruckend vor allem die gerade im piano erschütternde Textbehandlung, die das Einschlagen der Nägel bei der Kreuzigung fast schmerzhaft erlebbar werden lässt.

Höhepunkt ist jedoch das äußerst dramatische und atmosphärische «Jesus und die Krämer» des Ungarn Zoltan Kodaly. Einflüsse der Volksmusik seines Heimatlandes, eine für den Chor geradezu halsbrecherische Rhetorik und nicht zuletzt die Erregung Jesus’ gegen die Händler im Tempel gelingen «Vocanta». Beileibe kein banales Stück. Eigentlich müsste man als Zuhörer nach dem eher düster-tragischen Inhalt des Konzertes bedrückt von dannen ziehen. Doch die Art des Vortrages lässt eher die Freude überwiegen. UDO GÜLDNER
9.4.2009
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